Phonographen

1877 stellte Thomas Alva Edison der Welt seine neue Erfindung vor: den Phonographen. Zum ersten Mal war es möglich, Schall aufzuzeichnen und wiederzugeben.

Eine, durch eine Handkurbel drehbare Metallwalze wird mit Zinnfolie umwickelt. Durch einen Schalltrichter wurde der Schall gegen eine Membran geleitet, die in Schwingung versetzt wurde. Die an der Membran angebrachte Stahlnadel übertrug diese Schwingungen dann senkrecht auf die Zinnfolie auf der Walze.

Edison führte in den kommenden Jahren technische Verbesserungen an seinem Phonographen durch: Die Walzen wurden anstelle von Zinnfolie mit Wachs beschichtet, er verwendete im Tonkopf einen Kristall (Saphirstift) und baute einen Elektro- bzw. Federwerk-Antrieb ein.

Die Walze konnte allerdings der Konkurrenz nicht lange standhalten und wurde ab 1899 sukzessive von der Schallplatte verdrängt. Gründe dafür waren die Empfindlichkeit und kurze Spielzeit der Walzen. Bis in die 50er Jahre wurde die Walze nur noch bei Diktiergeräten verwendet. In unwegsamem Gelände, wo man aber trotzdem Aufnahmen machen wollte, musste nur die Feder aufgezogen und schon konnte aufgezeichnet werden. Beispiele dafür sind die Feldforschung oder die Musikethnologie.

 

Fotos: Gottfried Frais www.lichtzeichen.cc